Stellungnahme des Verein CHWOLF zum Artikel „Aufwendiger Herdenschutz kann Wolfsangriffe nicht verhindern“

Artikel erschienen im Walliser Bote 1815.ch vom 21. Juli 201

Medienmitteilung vom 24. Juli 2016

 

Richtig umgesetzte Herdenschutzmassnahmen funktionieren. Und das beweisen die Fakten!
Der Vorfall mit den fünf gerissenen Schafen auf der behirteten und vom Verein CHWOLF unterstützten Alp im Turtmanntal ist sehr bedauerlich, analysiert man die Geschehnisse jedoch präzise, so ist er absolut verständlich. Wölfe sind sehr intelligente und lernfähige Tiere und sie testen ihre Chancen auf einfache Beute immer und immer wieder. Gibt es bei der Umsetzung des Herdenschutzes irgendwo eine Schwachstelle, werden die Wölfe diese rasch herausfinden und ausnützen. Der Mensch muss also klüger und dem Wolf einen Schritt voraus sein. So ist es zwingend, dass die Herdenschutzmassnahmen seriös, lückenlos und konsequent umgesetzt werden. Die Behirtung muss zudem sehr aufmerksam, situativ und vorausschauend agieren. Ein gewisses Grundwissen über die Lebens- und Verhaltensweise von Wölfen ist da natürlich von grossem Vorteil.

Der Aufbau eines gut funktionierenden Herdenschutzes geht nicht von heute auf morgen und ist immer auch mit einem Lernprozess verbunden. Der Verlust der fünf Tiere ist zwar schmerzlich, aus dem Vorfall können die beiden Hirten und die Alpbewirtschafter jedoch viel lernen und aus den gewonnenen Erkenntnissen den Herdenschutz im Turtmanntal gezielt verbessern und optimieren. CHWOLF wird die Alpbetreiber dabei aktiv mit Fachwissen und Erfahrungen aus anderen Projekten unterstützen.

Die Rissstatistiken der letzten Jahre zeigen sehr wohl, dass gut umgesetzte Herdenschutzmassnahmen funktionieren. 2015 wurden schweizweit 317 Nutztiere von Wölfen gerissen. Auffallend ist, dass über die Hälfte der Nutztiere (174) im Wallis und 54 im Urnerland auf mehrheitlich nicht oder zu wenig geschützten Alpen gerissen wurden. Im Vergleich dazu gab es im Kanton Graubünden 18 Risse auf noch nicht oder ungenügend geschützten Weiden.

Auf den seit einigen Jahren vorbildlich geschützten Alpen mitten im Einzugsgebiet des Calandarudels gab es seit 2013 keine dem Wolf anzulastende Schäden mehr.

Weitere Informationen und Auskünfte:

Christina Steiner, Präsidentin Verein CHWOLF
Tel. 079 203 24 56,  c.steiner@chwolf.org,  www.chwolf.org


  Medienmitteilung vom 24.07.2016 als pdf

 ◊

Um diese Website und das gesamte WWW besser und sicherer zu erleben,
wechseln Sie auf einen aktuellen Browser.