Das Referendum zum Jagdgesetz ist knapp gescheitert

Medienmitteilung des Referendumskomitee «Wolfs-Hirten» und des Verein CHWOLF vom 10. April 2023

 

Das Referendum zum «erneut missratenen Jagdgesetz» ist leider knapp gescheitert, wie das Initiativkomitee mitteilte. Das revidierte Jagdgesetz mit den Änderungen vom 16. Dezember 2022 kann nun umgesetzt und der Schutz des Wolfes massiv gelockert werden. Die Initianten befürchten, dass es mit dem neuen Jagdgesetz zu einem regelrechten Massaker an den Wölfen kommen wird.

Das Referendum gegen «das erneut missratene Jagdgesetz», wurde durch verschiedene kleine Tierschutzorganisationen lanciert. Ohne die Unterstützung der «grossen» Umweltschutzorganisationen und mit einem Minimalbudget konnten doch beachtliche zweidrittel der nötigen 50’000 Unterschriften gesammelt werden.

 

Schwerer Stand beim Referendum
Dass es mit den Unterschriften nicht ganz gereicht hat, hat verschiedene Gründe. Es fehlte dem Referendum schlicht die Unterstützung von grösseren Naturschutzorganisationen oder Parteien, sie hielten das Zustandekommen des Referendums als aussichtslos oder sogar kontraproduktiv. Auch wurde das Referendum in der Presse kaum aufgenommen, sondern nur darüber berichtet, dass von den «Grossen» kein Referendum ergriffen wurde.

 

Verlierer bleiben die Wölfe
Einmal mehr bleiben der Natur- und Artenschutz auf der Strecke. Durch die Umsetzung des revidierten Jagdgesetzes, den Forderungen der Bauernlobby und sogar des Bundesrates, die Abschüsse von Wölfen massiv zu erleichtern, steht einem regelrechten Massaker an den Wölfen nichts mehr im Wege.
Trotz des Scheiterns gehen wir mit vielen positiven Erfahrungen aus der Kampagne.  Wir werden nicht aufgeben, sondern uns weiter für die Wölfe sowie für den Herdenschutz einsetzen. Besonders in der Pflicht sind aber nun der Bund und die grossen Naturschutzorganisationen, sich für eine praktikable Jagdverordnung einzusetzen, welche den Wolfsschutz angemessen berücksichtigt. Diese Entwicklung werden wir weiterverfolgen.

Die Schweizer Regierung hat es verpasst, nach dem Nein zum Jagdgesetz im Jahr 2020 ein neues, modernes und wildtierfreundliches Jagdgesetz auszuarbeiten. Mit der Revision wurde ein grosser Rückschritt im Artenschutz gemacht. Mit den Aussagen von Bundesrat Rösti, die Jagdverordnung bereits auf die Sömmerung 2023 zu verschärfen und mit den Forderungen der Bauernverbände, den Wolfsschutz weiter zu lockern, werden die Grossraubtiere und die Natur einmal mehr die Verlierer sein.

 

gesamte Medienmitteilung vom 10.04.2023 als pdf

 

 

Weitere Informationen und Auskünfte:

Christina Steiner, Präsidentin Verein CHWOLF
c.steiner@chwolf.org,  www.chwolf.org

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