Entscheid der Berner Konvention: Erfolg für den Artenschutz - Dossier zur Wolfsregulierung wird nicht geschlossen


Medienmitteilung CHWOLF und Avenir Loup Lynx Jura (ALLJ) vom 12. Dezember 2025

 

Das ständige Komitee der Berner Konvention tagte diese Woche in Strasbourg. CHWOLF und ALLJ gelang es das Komitee zu überzeugen, dass das Dossier über die Wolfsregulierung in der Schweiz nicht geschlossen wird. Dies wurde von den Vertreten des BAFU’s eingangs der Diskussion gefordert. Insofern ist dies ein erneuter Erfolg für CHWOLF und ALLJ, die sich gemeinsam für die Fortsetzung der weiteren Überwachung eingesetzt haben. Dass nicht auf die Forderung der Schweiz eingegangen worden ist, zeigt: Die Anliegen der Naturschutzorganisationen finden Gehör, und die internationale Gemeinschaft sieht weiterhin Klärungsbedarf.

Gleichzeitig äussert das Präsidium deutliche Besorgnis, insbesondere hinsichtlich:

  • der langfristigen Auswirkungen der aktuellen Abschuss- und Regulierungspolitik, inklusive der proaktiven Tötung von Wolfswelpen,
  • der im Rahmen der Beschwerde aufgezeigten Unregelmässigkeiten in der kantonalen Umsetzung, etwa in Bezug auf Jagdmethoden, Ausbildung der Jäger sowie potenzielle Fälle von Wilderei,
  • sowie der Gefahr einer grossflächigen, nicht selektiven Tötung, die das gesamte alpine Ökosystem und andere Arten beeinträchtigen könnte.

Das Präsidium des ständigen Komitees fordert die Schweiz deshalb auf, zusätzliche Daten zu den sozialen und verhaltensbiologischen Auswirkungen der Abschusspolitik zur Verfügung zu stellen und die nicht-tödlichen Herdenschutzmassnahmen weiter zu verstärken. Hervorgehoben wird zudem die Bedeutung einer international abgestimmten, grenzüberschreitenden Politik, welche sich an bestehenden Empfehlungen und den aktuellen europäischen Best Practices orientiert.

Das Dossier wurde zwar herabgestuft von einem „open File“ zu einem „posssible File“, trotzdem bleibt die Schweiz weiterhin verpflichtet, ihre Regulierungspraxis kritisch zu überprüfen und bis Sommer 2026 weiterführende Berichte vorzulegen.

CHWOLF und ALLJ begrüssen diese Entscheidung ausdrücklich. Sie zeigt, dass eine voreilige Schliessung des Dossiers nicht im Interesse des internationalen Artenschutzes ist. Dass das Komitee nicht dem Antrag der Schweiz gefolgt ist, ist ein klares Signal: Die Entwicklung der Wolfspolitik in der Schweiz bleibt unter Beobachtung, und die Sorgen der Naturschutzorganisationen sind berechtigt.

 

Medienmitteilung vom 12.12.2025 in deutsch als pdf

Communiqué de presse du 12.12.2025 en français en pdf

 

Weitere Informationen und Auskünfte:

Christine Steiner                                Susanne Clauss (d)                           Isabelle Cujean (fr)
Präsidentin CHWOLF                        Vize-Präsidentin ALLJ                     Vorstandsmitglied ALLJ
079 / 203 24 56                                   079 / 436 35 37                                   078 / 839 50 20
c.steiner@chwolf.org

 

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