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CHWOLF-Stellungnahme zu Medienberichten «Wolf reisst Hirschkuh bei Vättis»

Medienmitteilung des Vereins CHWOLF vom 2. Mai 2018

In der Nacht auf Dienstag 1. Mai wurde in der Nähe der Turnhalle Vättis (SG) eine trächtige Hirschkuh vermutlich von Wölfen gerissen. Laut verschiedenen Medienberichten schlichen Wölfe tags darauf rund ums Dorf, die Anwohner seien besorgt. Es sei ungewöhnlich und sehr speziell, dass Wölfe direkt bei einer Schulanlage auf Jagd gehen…

Stellungnahme Verein CHWOLF

Vättis liegt mitten im Territorium des Calanda-Wolfsrudels. Die gerissene Hirschkuh wurde im Bachbett am Dorfrand, gegenüber der Sportanlage der Schule und keine 100m vom Waldrand entfernt gefunden. Die nächtliche Jagd auf die Hirschkuh, ein natürliches Beutetier des Wolfes, hat aller Wahrscheinlichkeit nach bereits im nahe gelegenen Wald oder am Waldrand begonnen. Die flüchtende Hirschkuh rannte unglücklicherweise in Richtung Dorf zum Bachbett, wo sie von den Wölfen dann erwischt und gerissen wurde.

Es ist kein unnatürliches Verhalten der Wölfe, dass sie ihrer anvisierten Beute folgen, ungeachtet wohin diese flieht. Der Fokus des Jägers liegt dann auf dem Beutetier und weniger auf der Umgebung. Randbereiche von Siedlungen, die nachts menschenleer und kaum beleuchtet sind, stellen sowohl für Beutetiere wie auch Wölfe kein zu meidendes Gebiet oder Hindernis dar.

Auch entspricht es natürlichem Verhalten, dass Wölfe nach erfolgreicher Jagd und Nahrungsaufnahme zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur zurückgelassenen Beute zurückkehren, um erneut Nahrung aufzunehmen und die Resten zu verwerten. Gleiches Verhalten zeigt sich auch, wenn Wölfe von ihrer Beute verjagt oder beim Fressen gestört werden. Auch dann werden sie versuchen zurück zu kehren, um noch etwas der Beute zu ergattern.

Aus Sicht des Menschen ist ein solcher Jagdverlauf in Randgebieten von sehr ländlichen Siedlungen sicher eine unerwünschte Situation, er stellt jedoch kein Fehlverhalten der Wölfe dar. Eine solche Situation ist zwar unglücklich, jedoch nicht zu verhindern und kann in Wolfsgebieten in doch eher seltenen Fällen vorkommen.

>>>  gesamte Medienmitteilung des Vereins CHWOLF vom 2.5.2018 als pdf

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