Missachtung des Bundesgerichtes: Graubünden schiesst seit Jahren illegal Graureiher ab

Medienmitteilung von BirdLife Schweiz vom 29. Juni 2020

Der Kanton Graubünden hat in den letzten vier Jahren 75 Graureiher abgeschossen, ohne rechtsgültige Bewilligung. Nach dem eidgenössischen Jagdgesetz ist es ein mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraftes Vergehen, Tiere geschützter Arten ohne Berechtigung zu töten. Andere Kantone waren bis vor fünf Jahren ähnlich vorgegangen, haben aber zum grössten Teil nach einem Bundesgerichtsurteil ihre Praxis geändert. Was läuft hier schief?

>>>  gesamte Medienmitteilung von BirdLife Schweiz vom 29.7.2020 als pdf

 

Anmerkung von CHWOLF:

Genau solche Vorkommnisse zeigen, dass Artenschutz zwingend Bundessache bleiben muss!
Wie wird es denn herauskommen, wenn künftig jeder Kanton selbst über den Abschuss geschützter Arten entscheiden kann und sich gewisse Kantone heute schon nicht an die Regeln und Rechtsprechung halten?

Die Berner Konvention ist ein von der Schweiz unterzeichneter völkerrechtlicher Vertrag und somit liegt die Verantwortung über deren Einhaltung ausnahmslos beim Bund. Nach dem neuen Jagdgesetz soll die Zuständigkeit für die Abschussbewilligungen in Zukunft jedoch alleinig bei den Kantonen und nicht mehr beim Bund liegen, was unweigerlich zu verschiedenen und uneinheitlichen Auslegungen und Handhabungen führen wird. Ein schweizweites Management der geschützten Arten, insbesondere der Grossraubtiere würde so völlig verunmöglicht. Artenschutz, wenn er ernst und wirksam betrieben werden soll, muss weiträumig und in der gesamten Schweiz gleich umgesetzt werden. Artenschutz und damit auch die Abschussverantwortung ist eine LANDESAUFGABE und MUSS deshalb alleinig BUNDESSACHE bleiben.

CHWOLF sagt am 27. September deshalb NEIN zum neuen Jagdgesetz!

 

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