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Wölfe reissen erstmals ein Kalb im Kanton St.Gallen

Medienmitteilung der Staatskanzlei St. Gallen vom 08.10.2015

Wölfe aus dem Calandarudel rissen gestern Abend am Valenserberg ein neugeborenes Kalb.

Als der Landwirt am Mittwochabend um etwa 20 Uhr seine Mutterkuh-Herde auf dem Maiensäss Valenserberg kontrollierte, sah er im Lichtstrahl seiner Taschenlampe vier oder fünf Wölfe weg laufen. Beim Näherkommen fand er ein neugeborenes Kalb tot auf der Weide. Der hinzu gerufene Wildhüter bestätigte, dass das Tier von Wölfen gerissen und gefressen worden war.

Zum ersten Mal im Kanton St.Gallen haben Wölfe Grossvieh nachweislich angegriffen. Der Riss mitten in einer Herde erfolgte unerwartet dreist. Bisher waren ausschliesslich Schafe und Ziegen gerissen worden. Die Fachstelle Herdenschutz informierte alle Landwirte in der Gemeinde Pfäfers und empfahl ihnen, keine Kühe im Freien abkalben zu lassen.

>>>  Medienmitteilung der Staatskanzlei St. Gallen als pdf

 

Kommentar vom Verein CHWOLF

Mutterkühe verteidigen ihre Kälber in der Regel vehement und Einzelwölfe haben so kaum eine Chance ein Kalb zu erwischen. Hier war die Situation jedoch so, dass 10 Angus-Mutterkühe mit ihren Kälbern auf einer kleinen, mit einer Litze gezäunten Weide in Waldnähe weideten und mehrere Wölfe anwesend waren. Wenn eine kleine Herde von einer Gruppe von Wölfen getestet und angegriffen wird, wird ein Teil der Wölfe die Mutterkühe mit Scheinangriffen ablenken und die anderen haben so die Möglichkeit das kurz unbeaufsichtigte frischgeborene Kalb, das ev. noch am Boden liegt und noch nicht auf die Beine gekommen ist, zu erwischen. Oder die Mutterkuh ist kurz nach der Geburt noch so geschwächt, dass sie ihr Frischgeborenes noch zu wenig schützen kann.

Der Duft von frischgeborenen Kälbern und Nachgeburten kann Wölfe über relativ grosse Distanz anlocken. Deshalb sollten Mutterkühe in Wolfsgebieten nach Möglichkeit im Stall abkalbern, um solche Situationen möglichst zu vermeiden.

Wölfe kehren in der Regel zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu ihrer Beute zurück, weshalb es extrem wichtig ist, dass alle Herden im Gebiet nach einem solchen Vorfall sofort gut mit wirksamen Herdenschutzmassnahmen geschützt werden. So bekommen Wölfe keine Möglichkeit, weiteren Schaden anzurichten.
Es ist grundsätzlich sinnvoll, nicht nur Schafherden sondern auch Mutterkuh- und Rinderherden in Wolfsgebieten, vorallem bei Rudelpräsenz, mit allen verfügbaren Mitteln zu schützen.

 

CHWOLF hilft!

Wir stellen für Notmassnahmen oder temporäre Verstärkung der Herdenschutzmassnahmen eigene Lappenzäune zur Verfügung. CHWOLF produziert die Lappenzäune selbst und diese können bei uns selbstverständlich auch bezogen werden.

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