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Walliser Grossrat will Jagd auf Wolfshybriden machen

Der Walliser Grossrat hat am 15. Mai zwei Postulate gutgeheissen, welche verlangen, dass die Behörden mit DNA-Analysen systematisch prüfen, ob es sich bei den Walliser Wölfen um echte Wölfe oder um eine Kreuzung zwischen Wolf und Hund handelt. Wolf – Hund Mischlinge wären nicht durch die Berner Konvention streng geschützt und dürften demzufolge geschossen werden. Die beiden Postulate beziehen sich auf Gentests, die auf Wunsch von Schafzüchtern in Frankreich und Deutschland durchgeführt wurden. Privat beauftragte Analysen von nicht offiziell genommen Proben aus einem privatwirtschaftlichen Deutschen Labor ergaben, dass es sich bei allen nutzbaren Proben um Wölfe handelt, die mit Hunden gekreuzt wurden.

>>>  Zeitungsartikel in 1815.ch vom 15. Mai 2018 (pdf printout)

Kommentar CHWOLF
Der Walliser Grossrat unternimmt alles, um irgendeinen Grund zu finden, die Wölfe auf Walliser Gebiet abzuschiessen und auszurotten! Der Entscheid des Grossrates ist völlig unverständlich, da nach der heutigen Gesetzgebung Wolf-Hund Kreuzungen der ersten beiden Generationen (F1- und F2-Generationen) bereits entnommen werden dürfen. In der Schweiz gibt es bis jetzt aber keine wissenschaftlich erhärteten Hinweise, dass es Wolf – Hund Mischlinge der F1-und F2-Generation gibt. Alle bis jetzt in der Schweiz genetisch nachgewiesenen Wölfe stammen aus der Italienischen Population und sind reine Wölfe! (Genetische Analysen durch das international anerkannte und spezialisierte Laboratoire de Biologie de la Conservation LBC der Universität Lausanne) Die Gerüchte, dass in der Schweiz keine echten Wölfe leben, sondern alles sogenannte Wolfshybriden sind, werden von Wolfgegner, vor allem aus Kreisen der Landwirtschaft und Hobbyviehzucht, mit Hilfe von teilweise dubiosen und dringend zu hinterfragenden Nachweisen hartnäckig verbreitet.

>>>  Link zum Interview mit Ralph Manz (Experte für das Wolfsmonitoring KORA), SRF.ch vom 16.Mai 2018

 

Erklärungen zum Begriff "Hybride"

(Auszug aus der Rubrik „Wolfshybriden“ der Web-Seite von CHWOLF)

Ein Hybride ist ein Nachkomme von Eltern zweier Spezies, die nicht der gleichen Art angehören. Hybriden sind in der Regel gesünder, leistungsfähiger und widerstandsfähiger, was vor allem in der Pflanzenwelt sehr geschätzt wird, da dies bei Getreidearten bis zur Verdoppelung der Erträge führen kann (Heterosis-Effekt).

Auch ein Maultier (Pferd/Esel) ist leistungsfähiger als ein Pferd und wurde vor allem gezüchtet um schwere Lasten zu ziehen. Hybriden sind in der Regel nicht fortpflanzungsfähig. Rein biologisch gesehen ist deshalb der Begriff Wolfshybride falsch, denn Wolf und Hund gehören der gleichen Art an. In der Zucht wird der Begriff aber dennoch für Nachkommen von Kreuzungen verschiedener Rassen und Zuchtlinien verwendet. Hybride steht allgemein für Bastard, Mischling und kommt aus dem lateinischen Hybrida.

 

Wolfshybriden in freier Natur

Wolfshybriden in freier Natur sind sehr selten, es kann aber dennoch vorkommen, dass sich ein Wolf mit einem verwilderten Hund verpaart. Dies ist grundsätzlich ein natürlicher Vorgang und ist Teil der Evolution. In Ländern mit vielen frei lebenden, verwilderten Hunden kommt es eher vor als bei uns, wo die meisten Hunde in menschlicher Obhut leben und nicht frei herumstreunen.
Hunde sind jedoch nicht die bevorzugten Geschlechtspartner eines Wolfes. Eine Verpaarung mit einem Hund kann auch nur vorkommen, wenn während der Paarungszeit kein geeigneter Geschlechtspartner gefunden werden kann.  Die Paarungszeit (Ranzzeit) bei Wölfen ist einmal im Jahr (monöstrischer Zyklus), im Zeitraum Januar bis März, je nach Region. Eine Wölfin wird nur 1x im Jahr läufig und auch ein Wolfsrüde ist nur zu dieser Zeit zeugungsfähig, die restliche Zeit des Jahres werden in den Hoden keine Spermien gebildet. Nicht wie Hunderüden, die das ganze Jahr über eine läufige Hündin decken können.
In der Vorranzzeit steigt der Östrogenspiegel der Fähe (Weibchen) stark an. Die Läufigkeit eines Weibchens und damit seine Paarungsbereitschaft, werden dem Rüden in Form von Pheromonen (Duftbotenstoffe) im Urin des Weibchens angekündigt. Dies löst schon in der Vorranzzeit beim Rüden eine vermehrte Testosteron-Ausschüttung aus, es kommt zur Spermatogenese (Bildung von Spermien) und zu einem entsprechenden Sexualverhalten. Das heisst, ein Wolfsrüde muss über längere Zeit (mehrere Wochen) mit einem läufigen Weibchen zusammen sein, damit sich überhaupt Spermien bilden und er zeugungsfähig ist. Dies ist auch der Grund, warum es bei den seltenen Wolf – Hund Verpaarungen in der Regel Wölfinnen sind, die sich mit einem Hund verpaaren und nicht Wolfsrüden mit einer Hündin.

Wolfshybriden, die in freier Wildbahn und unter Wölfen aufwachsen, verhalten sich wie reine Wölfe und sind auch Menschen gegenüber genauso misstrauisch wie ihre Eltern.