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Rechtlicher Status in der Schweiz

Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel

Jagdgesetz, JSG

Im Art. 5 (Jagdbare Arten und Schonzeiten) ist der Wolf nicht aufgeführt. Nach Art. 7 sind alle Tiere, die nicht zu einer jagdbaren Art gehören geschützt.

 

Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel vom 29. Februar 1988, Revision Juli 2015

Jagdverordnung, JSV; SR 922.01

Der Bund:

  • erstellt Konzepte für die Tierarten nach Absatz 1. Sie enthalten namentlich Grundsätze über den Schutz, den Abschuss oder Fang, die Verhütung und Ermittlung von Schäden sowie die Entschädigung von Verhütungsmassnahmen.
  • kann Massnahmen fördern, die in regionalen Projekten getroffen werden, um Wildschäden durch Luchse, Bären oder Wölfe zu verhüten.
  • leistet den Kantonen an die Entschädigung von Wildschäden die folgenden Abgeltungen: 80 % der Kosten von Schäden, die von Luchsen, Bären und Wölfen verursacht werden; leistet die Abgeltung nur, wenn der Kanton die Restkosten übernimmt.
  • fördert die Erforschung der wildlebenden Tiere, ihrer Krankheiten und ihres Lebensraumes. Zu diesem Zweck kann das Bundesamt für Umwelt für geschützte Tiere Ausnahmen von den Schutzbestimmungen dieses Gesetzes bewilligen.

Die Kantone:

  • sorgen dafür, dass die Bevölkerung über die Lebensweise der wildlebenden Tiere, ihre Bedürfnisse und ihren Schutz ausreichend informiert wird.
  • regeln die Aus- und Weiterbildung der Wildschutzorgane und der Jäger. Für die zusätzliche Ausbildung der Wildschutzorgane der eidgenössischen Schutzgebiete führt der Bund entsprechende Kurse durch.
  • ermitteln die Höhe und die Verursacher des Wildschadens.
  • übernimmt die Restkosten von 20% der Entschädigungszahlung.
  • sind für Ausnahmebewilligungen zuständig. Die entsprechenden kantonalen Gesetze und Verordnungen sind dem JSG und der JSV untergeordnet.

 

Die revidierte Jagdverordnung trat am 15. Juli 2015 in Kraft

Neu in die Verordnung eingefügt wurde ein Artikel zur Regulierung von Wolfsrudeln. Mit Zustimmung des Bundesamts für Umwelt BAFU kann der Kanton den Bestand regulieren, wenn im Streifgebiet eines Wolfsrudels mit Jungtieren mindestens 15 Nutztiere innerhalb von vier Monaten getötet werden. Angerechnet werden nur Nutztiere in Gebieten, in denen zumutbare Herdenschutzmassnahmen ergriffen worden sind. Zudem soll der Abschuss von Jungwölfen möglich werden, wenn sich diese regelmässig innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Siedlungen aufhalten und aggressiv werden oder zu wenig Scheu zeigen. Um den Schutz der Art zu gewährleisten, wird die Abschussquote im Streifgebiet eines Rudels auf maximal die Hälfte der im betreffenden Jahr geborenen Jungtiere beschränkt. Geschossen werden dürfen Jungtiere nur im Jahr ihrer Geburt und im Folgejahr. Die Elterntiere sind zu schonen.

Die Regelung des Umgangs mit schadenstiftenden Einzeltieren wurde unverändert vom Konzept Wolf in die Jagdverordnung übernommen: Wölfe können abgeschossen werden, wenn sie im ersten Jahr ihres Auftauchens mindestens 35 Schafe oder Ziegen in vier Monaten oder 25 Nutztiere in einem Monat gerissen haben. In den Folgejahren wird ein Abschuss ab 15 gerissenen Nutztieren innert vier Monaten möglich. Auch hier werden Nutztiere nicht angerechnet, die in Gebieten getötet werden, in denen trotz früherer Schäden keine zumutbaren Herdenschutzmassnahmen ergriffen worden sind. Künftig beurteilt der Kanton ohne Einbezug des BAFU, ob die gesetzlichen Bedingungen für den Abschuss eines schadenstiftenden Einzelwolfes erfüllt sind. Das BAFU nimmt nur noch die Oberaufsicht wahr.

>>>  Schweizerische Jagdverordnung JSV, Revision vom 15.07.2015 (pdf)

 

Arbeitsgruppe Grossraubtiere

Im Jahr 1996 bildete das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Arbeitsgruppe Grossraubtiere, in der folgende Institutionen Einsitz haben: BAFU, Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), Jagdverwaltungen der Kantone Graubünden und Wallis, Schweiz. Schafzuchtverband, Schweiz. Jagdschutzverband, WWF Schweiz oder Pro Natura, Schweiz. Gesellschaft für Wildtierforschung (SGW), je ein Experte aus Frankreich, Italien und der Schweiz. Diese Arbeitsgruppe ist ein Gremium, das die Ausarbeitung des durch die Jagdverordnung geforderten Managementplans begleitet.