Weiblicher Geschlechtszyklus

Der weibliche Geschlechts- oder Sexualzyklus ist eine periodisch wiederkehrende, strukturelle resp. funktionelle Veränderung an den Geschlechtsorganen. Dadurch werden befruchtungsfähige Eizellen bereitgestellt. Mit dem Sexualzyklus ist auch eine Verhaltensänderung verbunden, die die Paarungsbereitschaft signalisiert. Vor und während der Paarungszeit nehmen auch die Spannungen im Rudel zu. Auch bei den Rüden steigt während der Vorranzzeit das männliche Geschlechtshormon Testosteron stark an, was sein Sozialverhalten beeinflusst und verändert (siehe Ranzzeit).

Die Paarungszeit (Ranzzeit) ist einmal im Jahr (monöstrischer Zyklus), im Zeitraum Januar bis März, je nach Region. So werden die Jungtiere zu einer bezüglich Temperatur und Nahrungsangebot günstigen Zeit geboren und haben damit eine bestmögliche Überlebenschance.  Die Paarungszeit ist auf günstige Bedingungen nach der Geburt abgestimmt.

Der weibliche Geschlechtszyklus gliedert sich in vier charakteristische Phasen und wird vor allem durch die Hormone Östrogen und Progesteron gesteuert:

  • Vorbrunst oder Proöstrus
    Am Anfang des Zyklus werden von den Eierstöcken vor allem Östrogene gebildet, welche in den Körper abgegeben werden und dort vielfältige Wirkungen auslösen. Die funktionellen Hauptwirkungen sind die Auslösung der Brunstsymptome und die Vorbereitung der Gebärmutter auf eine ev. Trächtigkeit. Der aus der Gebärmutter stammende blutig-wässrige Scheidenausfluss beginnt. Die Vorbrunst dauert 4-12 Tage. In dieser Phase zeigt die Fähe zwar die Brunstsymptome, sie lässt sich aber noch nicht decken.
  • Brunst oder Östrus
    Während der Brunst findet der Eisprung (Ovulation) statt, der Follikel platzt und lässt die Eizellen frei. Die Östrogenkonzentration steigt massiv an und ist jetzt am höchsten. Erst jetzt ist das Weibchen befruchtungsfähig und bereit sich decken zu lassen. Der blutig-wässrige Ausfluss nimmt ab und geht in einen mehr schleimigen über. Die eigentliche Brunst dauert 2-7 Tage.
  • Nachbrunst oder Proöstrus
    Auf den Eierstöcken wird an Stelle des freigesetzten Eis ein Gelbkörper gebildet, welcher das Gelbkörperhormon Progesteron produziert. Dieses Hormon bereitet die Gebärmutter auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor und verhindert das Heranreifen weiterer Eier im Eierstock. Die Aufgabe des Progesteron ist die Aufrechterhaltung der Trächtigkeit.
  • Geschlechtspause oder Diöstrus
    Der Gelbkörper bleibt während ca. 2 Monaten bestehen, unabhängig davon, ob die Fähe trächtig ist oder nicht. Erst nach dieser Zeit ist der Gelbkörper abgebaut und es kommt zu einer Phase der Eierstockruhe.

 

Graphik des weiblichen Geschlechtszyklus

Die Graphik zeigt den relativen Intensitätsverlauf der Hormone Östrogen und Progesteron und als Vergleich auch des männlichen Hormons Testosteron über den Jahresverlauf. Je nach Region kann die Graphik zeitlich etwas verschoben sein.

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