Die Geschichte der Wolfsforschung

Der Grundstein der vergleichenden Verhaltensforschung legte der Österreichische Forscher Konrad Lorenz 1937 mit seiner Arbeit „Über den Begriff der Instinkthandlung“.
Der Ursprung der Wolfsforschung war jedoch in der Schweiz. Der renommierte Schweizer Verhaltensforscher Rudolf Schenkel von der Universität Basel begann 1934 das Sozialverhalten der Wölfe im Basler Zoo zu studieren. Nach jahrelangen Beobachtungen veröffentlichte er 1947 seine berühmte Monographie über das Sozialverhalten von Wölfen. 1967 begann auch der Deutsche Verhaltensforscher Erik Zimen das Sozialverhalten des Wolfes zu erforschen. 1972 gründete der in die USA ausgewanderte Deutsche Biologe und Ethologe Erich Klinghammer den Wolf Park Battle Ground (IN, USA), wo er nach jahrelangen Wolfsbeobachtungen mit seiner langjährigen Mitarbeiterin und Zoologin Pat Goodmann erstmals ein Wolfs-Ethogramm erstellte (ein Katalog über das gesamte Verhalten der Wölfe). Damit liessen sich die Beobachtungen durch verschiedene Personen von nun an einheitlicher und einfacher dokumentieren.
Immer mehr wurden die Wölfe auch in freier Natur mit Hilfe von Telemetrie erforscht, zu Beginn vor allem in den USA und Kanada. 1958 begann Durward L. Allen und später Rolf O. Peterson die Wolf-Elch-Beziehung auf Isle Royal, USA zu erforschen. Seit 1968 erforscht L. David Mech im Superior National Forest, USA und seit 1986 in Kanada auf Ellesmere Island, vor allem die „Räuber-Beute-Beziehung“ und den Zusammenhang  zwischen Wölfen und dem Ökosystem. Carl R. Gustavson entwickelte 1974 in den USA die „Conditioned Taste Aversion“ (CTA)-Methode, um die vielen Angriffe von Wölfen und Kojoten auf Schafherden zu verhindern. (mehr dazu bei bekannte Wolfsforscher, Carl R. Gustavson). In einem grossen Projekt wurden 1995 wieder Wölfe im Yellowstone Nationalpark angesiedelt und in British Columbia erforschen Paul C. Paquet und Chris Darimont die Kanadischen Küstenwölfe.

Immer mehr gab es auch in Europa grosse Forschungsprojekte, dies vor allem in Italien, Spanien, Rumänien und Russland. Ab 1992 erforschte vor allem Luigi Boitani zusammen mit Erich Zimen die Ökologie der Wölfe in Italien. Der Deutsche Wildbiologe Christoph Promberger erforschte ab 1993 in Rumänien bei einem 10-jährigen Projekt das Leben und Verhalten der Karpaten-Wölfe.  Seit 1993 leitet der Russische Biologe Vladimir Bologov ein Wolfsprojekt in der südwestlichen Taiga.

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