Projekt Alpe Arbea/Arbeola, Misox (GR)



 

 

≡ Allgemeine Projektinformationen

Die 540-köpfige Schafherde auf der Alpe Arbea/Arbeola wird von einem erfahrenen Hirten mit 3 Hütehunden gehütet und nachts in einen Nachtpferch getrieben. Seit es auf zwei benachbarten und ungeschützten Alpen im San Bernardino Gebiet Risse gab und dort die Herden frühzeitig wieder ins Tal zurückgeholt wurden, beschützen zusätzlich 3 Herdenschutzhunde die Herde. Die Integration der Hunde funktionierte gut. Einzig das schlechte Wetter und der magere Graswuchs machen dem Hirten grosse Probleme. Da in den höheren Lagen lange Schnee lag ist das Gras nicht so üppig gewachsen wie in anderen Jahren. Zudem ist das Gebiet sehr steinig und felsig, sodass sich die Schafe grossflächig im Gebiet verteilen müssen, um genügend Futter zu finden. So ist es auch sehr schwierig die Herde homogen zu führen. Bei den tagelangen anhaltenden massiven Regenfällen und dichtem Nebel mit Sichtweiten von teilweise unter 10m hatte der Hirt keine Chance abends alle Schafe zu finden und in den Nachtpferch zu treiben. Bei diesem extrem schwierigen, steilen und felsigen Gelände ist es bei Nebel auch für den Hirten selbst extrem gefährlich. So kam es Mitte Juli zu einem Wolfsübergriff mit 4 toten Schafen und einem verletzen Tier. Ob der Übergriff in der Nacht oder tagsüber im dichten Nebel geschah, konnte nicht festgestellt werden. Um die Situation sofort zu entschärfen, musste kurzfristig ein zweiter Hirte organisiert und eine eingezäunte Schlechtwetterweide aufgebaut werden.

Um die Bewirtschaftung der Alp sicherzustellen müssen die Herdenschutzmassnahmen 2022 massiv verstärkt werden. Dazu wurde vom Alpverantwortlichen ein Konzept ausgearbeitet welches die Schwachstellen des Herdenschutzes von der Alpsaison 2021 aufzeigen und welche Lösungen für die Verbesserung des Schutzes nötig wären. Um die dringend benötigten Verbesserungen umzusetzen braucht es zwingend von Beginn an zwei Hirten und mehrere Herdenschutzhunde und den Einsatz von Nachtpferchen und Schlechtwetterweiden.  Bei jeder Alphütte braucht es zudem einen leistungsstarken Solarviehhüter und gutes Zaunmaterial. Zusätzlich müssen an diversen Stellen Begrenzungszäune aufgestellt werden um sicherzustellen, dass die Schafe sich nicht auf der gesamten Alp verteilen können. Da sich viele Weiden weit weg von den Alphütten befinden, können die Hirten abends mit der Herde nicht mehr zurück zur Hütte. Um dieses Problem zu lösen, wir in dieser Alpsaison eine mobile, voll ausgestattete und helitransportfähige Hirtenunterkunft, welche an 3 Standorten platziert werden kann ausprobiert. Der Kanton Graubünden stellt die mobile Hütte für 1 Jahr gratis zur Verfügung. Die Transporte gehen aber zu Lasten des Alpbetreibers.

Diese zusätzlichen Herdenschutzmassnahmen übersteigen das Budget des Alpbewirtschafters und so bat er CHWOLF um Unterstützung.

 


Eckdaten und Konzept 2022 Alpe Arbea/Arbeola

 >>>  Berichte der Alpsaison 2021

 

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