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Optimale Herdenschutzmassnahmen

Eine ständige Behirtung ist immer und in jeder Situation die optimalste Lösung. Neben dem Faktor Herdenschutz bietet eine Behirtung aber auch noch viele weitere Vorteile zum Wohle der Tiere und zum Vorteil der Tierbesitzer. (Siehe Kapitel „Vorteile des Herdenschutzes“)

Rein betriebswirtschaftlich gerechnet lohnt sich eine ständige Behirtung aber erst ab einer Herdengrösse von ca. 500 Schafen. Wenn eine solche nun aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, kann mit einem Umtriebsweidesystem und täglichen Kontrollen ebenfalls eine gute Voraussetzung für die Arbeit der Herdenschutzhunde erreicht werden.


Bei grossen Herden (ab 500 Schafe)

  • Ständige Behirtung
  • Herdenschutzhunde
  • Homogene Herde (erleichtert die Arbeit der Herdenschutzhunde)
  • Kontrollierte Weideführung
  • Nachtpferch (Elektrozaun)


Bei kleineren Herden (bis 500 Schafe)

  • Behirtung wenn möglich, sonst Schafe in Umtriebsweiden eingezäunt halten
  • Herdenschutzhunde
  • Elektrozäune
  • Regelmässige Kontrolle der Schafe und Herdenschutzhunde
  • Futterautomaten der Herdenschutzhunde regelmässig auffüllen


Zusätzlich können bei akuter Gefahr auch sekundäre Schutzelemente wie Lappenzäune und Blinklampen eingesetzt werden. Diese dürfen aber nur situativ und kurzfristig zum Einsatz kommen, damit sich die Wölfe nicht daran gewöhnen können. Zudem müssen sie so platziert werden, dass sie die Herdenschutzhunde nicht irritieren und in ihrer Arbeit nicht stören.

Unsere Alpen sind teilweise sehr verschieden und ein erfolgreicher Schutz ist immer auch abhängig von den betrieblichen, topographischen, ökologischen und sozioökonomischen Faktoren. Bei sehr steilen und topographisch schwierigen Alpen zum Beispiel ist der Einsatz von Zäunen nicht überall möglich. Je nach Gelände, Grösse der Alp, Anzahl der Tiere und Gefährdung, muss beurteilt werden, welche Herdenschutzmassnahmen für die jeweilige Alp realistisch und am optimalsten sind.